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Religion oder Liebe?

Sollte die Liebe immer erlaubt sein, oder gibt es Liebesbeziehungen, die aus religiösen Gründen zu verwerfen sind? Eine kleine Befragung von mir. Man hat versucht mit Christen, Muslimen, Jesiden und Juden nach ihren Meinungen zu dem Thema zu befragen

Der 23-Jährige, christliche Politikstudent Patrick aus Münster zeigte sich bezüglich der Frage amüsiert. Er sagt: „Wenn ich mich einmal in ein Mädchen richtig verliebe, dann ist es mir völlig egal, welcher Religion es angehört, ich werde mich für die Liebe entscheiden.“ Mit seiner Meinung aber steht Partick nicht komplett alleine da. Rund 181.193 Katholiken und 145.250 Protestanten sind, nach Angaben des Kirchenamts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), im Jahr 2010 entsprechend ihrer persönlichen Entscheidungsfreiheit aus der Kirche ausgetreten und legen keinen Wert auf das, was ihre Religion bzw. ihre Kirche vorgibt.

Dabei hat Patrick es noch leicht, da die drei weiteren Befragten, die anderen Religionsgemeinschaften angehören, noch viel mehr beim Thema Liebe und interreligiöse Ehe aufpassen müssen.

Die in Deutschland geborene Türkin, die weder ihren Namen, noch den Namen ihres muslimischen Vereins angeben will, sagt mit vollem Bewusstsein: „Muslimische Frauen dürfen auf keinen Fall nicht-muslimische Männer heiraten. Das ist aber keine Einschränkung für mich, weil ich für mich selber lieber einen muslimischen Mann als Ehemann haben möchte. Ich möchte, dass mein Mann die gleichen Interessen verfolgt wie ich. Ich will, dass er sich an bestimmte Gebote hält, z.B. kein Schweinefleisch zu Essen, und dies ist nur dann möglich, wenn ich mit einem Muslim verheiratet bin.“ Anscheinend lässt sich die Jungfrau sehr stark durch eine im August 2007 erlassene Fatwa des einflussreichen, islamisch-amerikanischen Juristen Dr. Sheikh Salah Al-Sawy beeinflussen, der Generalsekretär der Vereinigung muslimischer Juristen in Amerika (AMJA) erklärte darin, dass eine Ehe zwischen einer muslimischen Frau und einem Nicht-Muslimen verboten und ungültig ist, sowie, dass Kinder, die in solch einer Ehe geboren werden, illegitim sind.

Doch nicht nur die türkischstämmige Muslimin lässt sich von ihrer Religion bestimmen, sondern die jesidische Jurastudentin findet auch, dass das Verwerfen einer Liebesbeziehung aus religiösen Gründen ganz in Ordnung ist: „Das muss doch so sein. Ich werde mich auf jeden Fall für meine Religion entscheiden.“ Außerdem fährt sie fort: „Das Jesidentum ist eine Religion, die nur unter Kurden verbreitet ist. Wir sind nur 3 bis 4 Millionen Gläubige auf der gesamten Welt, deswegen bin ich davon überzeugt, einen Jesiden heiraten zu müssen, da ich die Gefahr sehe, dass das Jesidentum ausstirbt. Wir müssen uns streng an unsere Religion halten.“

Laut „the truth about the Yezidis“ gibt es derzeit 35.000 bis 40.000 Jesiden in Deutschland. Sie begannen, in den 1960er Jahren, aus dem Irak, dem Iran, der Türkei, Armenien und Syrien nach Deutschland zu kommen.

Erwähnt werden sollte, dass manche Jesiden ein Mädchen aufgrund ihrer Liebe zu einem falschen (nicht-jesidischen) Mann zum Tode verurteilen, was im Jahr 2007 tatsächlich Schicksal der 18-Jährigen jesidischen Arzu Ö. aus Detmold war, wie WELT-Online am 14.01.12 berichtete. Die jüdische Kommilitonin, die nebenan steht und zuhört, ist sich nicht ganz sicher, was sie von Religion und Liebe halten soll: „Einerseits finde ich dieses Gesetz, dass man lieber Angehörige seiner eigenen Religionsgemeinschaft heiraten sollte sinnvoll, um seine eigene Religion und Kultur zu bewahren und um diese an seine Kinder weitergeben zu können. Andererseits aber kann man sich nicht aussuchen in wen man sich verliebt“, sagt die 25-Jährige Juristin.

Obwohl die Liebe das schönste Gefühl ist, das wir überhaupt empfinden können, und das haben unsre Befragten sogar auch 100% zugestimmt, und obwohl die großen Religionen dieser Welt in ihren Schriften auf sie, einen hohen Stellenwert legen, tun sich viele mit der Liebe schwer.

Die Liebe und das Leben wird viel schöner und einfacher, wenn wir die Liebe einfach ohne Voraussetzungen an uns heranlassen, ohne darüber nachzudenken, ob es richtig, falsch, erlaubt oder verboten ist. Um unsere Liebe und alles, was wir begehren, verwirklichen, erhalten und genießen zu können, müssen wir kämpfen.

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Nach drei negativen Asylentsciden leiden Horiya (33), Faruq Hassu (30) und Töchterchen Tireej (18 Monate) Todesangst vor ihrer Ausschaffung. Weil sie in der Schweiz zum Christentum konvertiert sind, trachtet ihnen ihre Familie nach dem Leben. Schon in Syrien habe sich das Paar zum Christentum hingezogen gefühlt, so Faruq Hassu. Nach ihrer Flucht in die Schweiz, wo 2009 ihre Tochter Tireej zur Welt kam, sind sie konvertiert. Zurzeit besuchen sie regelmässig die Gottesdienste der Freien Evangelischen Gemeinde Langenthal.

Für ihre Familie sind die Hassus seither so gut wie tot. Faruqs Vater drohte am Telefon: «Ich bitte Allah darum, dass ihr zurückkommt, damit wir euch wie Hunde töten können.»

Dennoch soll die Familie raus aus der Schweiz: «Der Asylentscheid ist rechtskräftig», teilt das Bundesamt für Migration mit. Daniel Gerner, Sprecher der Organisation Open Doors, die sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt, ist empört: «Uns sind weitere Fälle bekannt, in denen konvertierte Christen mit dem Tod bedroht wurden. Dies ist ernst zu nehmen.» Auch EVP-Präsident Heiner Studer kann den Entscheid nicht begreifen: «Ich kenne den Fall und verstehe nicht, dass Familie Hassu kein Aufenthaltsrecht erhält.»

In einem offenen Brief bitten die Hassus nun Bundesrätin Sommaruga, ihr Leben zu retten. Es ist ihre letzte Hoffnung. «Ich wäre bereit, für meinen Glauben zu sterben. Aber ich kann meine kleine Tochter nicht alleine zurücklassen. Alles, was ich wünsche, ist in Sicherheit zu leben», sagt Horiya unter Tränen.

Gericht in der Schweiz  sieht keine Gefahr
Die Tonaufzeichnungen der Todesdrohungen von Faruqs Familie liegen dem Bundesverwaltungsgericht vor, ebenso die Aussage eines syrischen Anwalts, der den Haftbefehl gegen Horiya bestätigt. Diese Dokumente wurden nicht gewichtet: «Das Bundesamt für Migration geht grundsätzlich davon aus, dass Christen in Syrien nicht verfolgt werden – auch im Falle einer Konvertierung», sagt Sprecher Michael Glauser gegenüber dem «Langenthaler Tagblatt»

http://www.20min.ch

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