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Archive for August 2010

Das Buch Mem û Zîn ist das Hauptwerk des kurdischen Dichters Ehmedê Xanî (* 1651, † 1707). Es wird als kurdisches Nationalepos bezeichnet und basiert auf einer Legende, die zuvor von Generation zu Generation mündlich überliefert wurde.

Mem, aus dem Clan Alan und Zîn, aus dem Botan-Clan, sind zwei Liebende, die eines Tages zueinanderfinden. Sie möchten zusammen sein, aber Bêko aus dem Bakran Clan versucht dies zu verhindern. Schließlich wird Mem wegen einer Verschwörung durch Bakir ermordet.

Als Zîn die Nachricht vom Tode Mems empfängt, bricht sie auf seinem Grab zusammen und stirbt. Sie wird neben Mem begraben. Die Nachricht vom Tode von Mem und Zîn verbreitet sich schnell unter den Leuten von Cizîra Botan. Das Volk ist so wütend auf Bakir, dass er ermordet wird. Bakir wird zwischen Mem und Zîn begraben. Ein Dornbusch, genährt vom Blut Bakirs, wächst aus seinem Grab: die Wurzeln der Bosheit dringen tief in die Erde zwischen den Gräbern von Mem und Zin. So sind die zwei Liebenden sogar im Tod voneinander getrennt.

Symbolische Bedeutung der Hauptfiguren Mem und Zin

Für die Kurden symbolisiert Mem das kurdische Volk und Zîn das kurdische Land, die durch unglückliche Umstände voneinander getrennt bleiben und keine Einheit werden können.

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Fünf ebenso poetische wie politische Streifen des zeitgenössischen iranischen Kinos warten darauf, in den nächsten Tagen vom Publikum in der ehemaligen deutschen Bundeshauptstadt Bonn entdeckt zu werden. Das Freie Beueler Kulturzentrum veranstaltet die iranischen Filmtage, um das iranische Gegenwartskino in Deutschland bekannter zu machen, wie der Bonner Generalanzeiger berichtet.
majid majidi children of heaven pr-photo
Den Auftakt macht am Donnerstag, 26. August, „Kinder des Himmels“ (1997) von Majid Majidi, der in deutscher Synchronfassung gezeigt wird (Bild oben: der Regisseur mit seinem kleinen Hauptdarsteller). Ein anrührender, spannender Film mit großartigen kleinen Schauspielern in wirklich gutem Jugendkino: Weil Ali beim Einkaufen die Schuhe seiner Schwester Zahra verloren hat, muss er sich nun mit ihr seine Turnschuhe teilen – denn in der armen Familie hat jedes Kind nur ein einziges Schuhpaar. Das führt zu Problemen, die Eltern sollen schließlich nichts erfahren. Lichtblick ist für Ali ein Schüler-Laufwettbewerb, bei dem neue Turnschuhe als Preis locken.

Mit dem Silbernen Löwen wurde „Women Without Men“ (2009, Bild unten) der international renommierten Filmemacherin Shirin Neshat auf den Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet. Das Kino in der Brotfabrik zeigt dieses überwältigende, bildgewaltige Werk als Bonn-Premiere im Original mit deutschen Untertiteln (OmU). Der Film übt laut dem Beueler Kulturzentrum über eine poetische Allegorie Regimekritik am iranischen Staat. Inhaltliche Ausgangslage: Iran im Jahre 1953, ein verwunschener Garten vor den Toren Teherans. Dort treffen sich vier unterschiedliche Frauen: die kunstliebende Fakhri, die junge Prostituierte Zarin, die politische Aktivistin Munis und deren Freundin Faezeh. Kurzzeitig erleben sie Lebensfreude, Freiheit und Glücksgefühl.
shirin neshat women without men pr-photo
Auch „The White Meadow“ (2000), zu sehen am 28. August im Original mit englischen Untertiteln, ist eine märchenhafte, metaphorische Kino-Reise, dort durch weiße Salzwelten.

„Der Kreis“ (30. August, OmU), ebenfalls 2000 entstanden, zeigt Frauenschicksale angesichts von Diskriminierung und Überwachung. Abschließend folgt „Zeit des Zorns“ (2010) am 31. August (OmU) von Regisseur und Hauptdarsteller Rafi Pitts. „Dieser Film zeigt sehr unverhohlen Gewalt und Unterdrückung im Iran“, so Programmredakteur Ulli Klinkertz.

ms/ck AKnews

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Eine Gemäldeausstellung gegen Genitalverstümmelungen in der irakischen Region Kurdistan wurde am Sonntag in der kurdischen Stadt Qeladize, die 135 Kilometer Female circumcision, xatanakrdnnördlich der Provinzhauptstadt Suleimaniya liegt, eröffnet. Die Ausstellung ist Teil einer Kampagne gegen die lange etablierte Verstümmelung von Mädchen in der konservativen kurdischen Gesellschaft.


Genitalverstümmelung, die gleichgesetzt wird mit der „Beschneidung” von Jungen, ist, so haben Studien des letzten Jahres herausgefunden, in der irakisch-kurdischen Gesellschaft weit verbreitet. Diese brutale „Beschneidung“ von Mädchen beinhaltet allerdings das Wegschneiden aller sexuell stimulierenden Teile sowie das teilweise Zunähen der weiblichen Vagina – mit erheblichen gesundheitlichen und psychischen Langzeitfolgen für die Frauen. Damit soll das sexuelle Verlangen von Mädchen abgetötet werden. Einige geistig Zurückgebliebene betrachten diese perverse Verstümmelung als Teil der islamischen Kultur.

Der Maler Aras Abdul-Wahab sagte zu dieser Ausstellung: „Alle Gemälde verurteilen die weibliche Genitalverstümmelung und Unterdrückung von Frauen, die ausdrückt, dass sie nichts in der Gesellschaft zu sagen und keine verteidigende Autorität haben.“ Die 24 Gemälde sollen als Teil der Kampagne gegen die Verstümmelung dienen. Ausstellungsbesucherin Shawnim Mohammed, 31, sagte, solche Aktivitäten seien „sehr notwendig” in der kurdischen Gesellschaft, um die Menschen zu erziehen. „Diese Praxis muss ausgerottet werden, ebenso wie andere Methoden zur Unterdrückung der Frau.“

Die Ausstellung ist die neunte exklusive Ausstellung des Malers Aras Abdul-Wahab.

ms/ck AKnews

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Bei einer Vernehmung wurde einem kurdischen politischen Gefangenen im berüchtigten Teheraner Evin Gefängnis die Zunge herausgerissen, verlautet es aus Quellen. Sein Zustand ist kritisch.
Wie die Website 24-Katjemir und die Nachrichtenagentur Dijleh berichteten, wurden Matin Arjani, einem Bewohner aus Bateman im türkischen Teil von Kurdistan bei einer Vernehmung im Evin Gefängnis die Zunge herausgerissen.

Im vergangenen Jahr erlitt er zwei Hirnschläge, worauf hin er gelähmt und nicht mehr gehfähig war.
Der Bruder des politischen Gefangenen äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur Dijleh: „Ich war vier Mal im Iran, um meinen Bruder zu sehen. Matin wird ständig gefoltert und ist die meiste Zeit in Einzelhaft. Sie haben ihm die Zunge herausgerissen. Er wird nicht behandelt und sein Zustand ist jetzt lebensbedrohlich.“
Zeki Ariani fügte hinzu: „Ich habe bereits 20.000 Euro bezahlt, um meinen Bruder frei zu kaufen. Aber sie haben ihn nicht frei gelassen und mir gedroht, dass sie mich nicht umbringen werden, wenn ich den Iran nicht verlasse.“
Im vergangenen Jahr schrieben Berichterstatter für Menschenrechte über den psychischen und physischen Druck, dem der kurdische Aktivist ausgesetzt ist. Sie wiesen darauf hin, dass es durch Schläge zu Komplikationen der Nieren und der Lunge kam.
Matin Ariani ist 35 Jahre alt. Er wurde im Mai 2005 verhaftet, weil er unter dem Verdacht stand, illegal in den Iran gekommen zu sein, um sich mit kurdischen Aktivisten zu treffen und wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt.

NRWI

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Der Berühmte Theaterspiel  „4“ wurde gestern in dem Kurdischen Hauptstadt Erbil im Media Hall inszeniert.
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Zuvor kam das Theaterspiel  in dem Kurdischen Suleimaniya  auf die Bühne. Das Stück wurde von dem berühmten Kurdischen dichter Kassim Mohammad geschrieben und erzahlt den Alltag leben der Kurden und deren Familiäre Probleme.

In dem Theaterspiel nimmt Kijan Muhammed Ceza, Rêkewt Heme Tofiq, Hêro Cewad, Bıjwên Ali, Saman Sebah ve und  Rêje Ali als Spieler teil.

„4“ werde bald in Deutschland inszeniert.

ck/ms AKnews

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„Ein Land wie der Irak, das früher unter Totalitarismus Saddam Husseins litt und seit 2003 im demokratischen Chaos versinkt, gilt iraqi police checking journalistheute als eines der gefährlichsten Länder für Freidenker jeder Art“, berichtet die renommierte deutsche Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) heute in einem Artikel über Pressefreiheit in arabischen Ländern. „Obwohl die irakische Verfassung formell die Meinungsfreiheit wahrt, verhalten sich viele irakische Politiker noch immer wie die Erben des oben genannten Zensors.“

Die FAZ meint, auch der kurdische Präsident Masud Barzani habe „offenbar den Artikel eines jungen Journalisten etwas zu persönlich“ genommen. „Ich liebe Masud Barzanis Tochter“ betitelt, habe „der leichtsinnige Text“ des kurdischen Journalisten Sardesht Osman im vergangenen Mai darüber sinniert, welche Vorteile es wohl brächte, mit der Tochter des wohlhabenden Politikers verheiratet zu sein.

Unbekannte Personen passten den Verfasser, der nach eigenen Angaben auch Morddrohungen auf sein Handy erhielt, an der Universität Salahaddin ab und nahmen ihn in Gewahrsam. Kurz darauf tauchte seine Leiche auf mysteriösem Wege in Mosul auf, von Schüssen durchsiebt.

„Wer hatte Osman ermordet? Zahlreiche Journalisten, Menschenrechtler und Kommilitonen versuchten unter Aufgebot aller Möglichkeiten der Versammlungsfreiheit und des Rechtes auf freie Meinungsäußerung die Regierung zu zwingen, den Mörder zu suchen. Die Proteste blieben jedoch wirkungslos“, so der Artikel weiter. „Weder die Polizei noch das Innenministerium können bis heute einen Verdächtigen vorweisen.“

Präsident Barzani rief (wir berichteten) allerdings die Sicherheitskräfte dazu auf, den Täter zu finden. Die vielen Massendemonstrationen hatten zumindest eine belebende Wirkung auf die kurdische Öffentlichkeit.

„Liebe zu Präsidenten-Tochter“ bleibt Thema von Journalisten

Der irakische Journalist Ahmad Abd Hussain, der seit 2003 zahlreiche kritische und mutige Artikel über „diverse fragwürdige Politiker“ verfasst habe und sich deswegen unter ständiger Todesgefahr verstecken müsse, habe zum Fall Osman laut FAZ seinerseits einen Artikel geschrieben, in dem er voller Sarkasmus seine eigene Liebe zu Barzanis Tochter beteuere und darüber hinaus von Affären mit so ziemlich jedem weiblichen Nachkommen der führenden irakischen Politiker und sogar von religiösen Führern wie dem Großayatollah Ali as-Sistani berichte.

„Ein derartiger Artikel wäre im Irak der letzten Jahrzehnte unvorstellbar gewesen“, so die FAZ. Heute aber gebe es zumindest die Möglichkeit einer Veröffentlichung – „wenn auch unter latenter Lebensgefahr.“ „Nachdem das Augenmerk der Öffentlichkeit auf einen solchen Fall der Ermordung eines Journalisten gelenkt wurde, wird es wohl zumindest für einen kurzen Zeitraum möglich sein, die Grenzen der Zensur einzureißen.“

Irakisches „Sondergericht“ für Presse-Probleme

Der irakischen Regierung jedoch sei bereits dieser Vorstoß zu viel. Sie habe vor einigen Tagen die Gründung eines Gerichtshofs verabschiedet, der zur „Wahrung des öffentlichen Wohls“ ausschließlich „Presseprobleme“ verhandeln solle. Die irakische Verfassung verbiete jedoch Sondergerichte. Auch habe bis jetzt noch niemand genaue Informationen darüber, was man sich unter einer solchen Institution vorstellen solle. „Wird sie ein Amt der Zensur werden? Oder vielleicht doch wundersamer Weise ein Brückenkopf der Meinungsfreiheit?“, fragt die FAZ.

ms AKnews

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